Zitat EuPD Background
Zitat ias Background
Ambassadors Background

Interview mit Dr. Simone Becker, Geschäftsführerin, SPORTSforBUSINESS

"Klasse, wenn es gute BGF-Angebote gibt, aber schade, wenn keiner hingeht" findet die Auditorin, Moderatorin und Unternehmerin. Im Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen aus der langjährigen Zusammenarbeit mit Unternehmen und den Faktoren, die maßgeblich für die Gesundheit und damit Leistungsfähigkeit des Einzelnen sind. Dabei verrät sie auch ihre persönlichen Erfolgsrezepte gegen das moderne "Couch Potato" Syndrom.

EuPD Research Sustainable Management:
Ihr Unternehmen SPORTSforBUSINESS legt den Fokus auf Erholung, Wohlbefinden und Lebensqualität. Zielgruppe sind dabei Unternehmen. Welche Services und Angebote bieten Sie für Unternehmen an?

Dr. Simone Becker:
Unser Schwerpunkt liegt auf den Themen Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität – Erholung und Wohlbefinden sind natürlich eng damit verbunden. Seit ziemlich genau 10 Jahren führen wir rund um das Thema Gesundheit Führungskräfteveranstaltungen für Konzerne wie auch mittelständische Unternehmen durch. Dabei liegt unser Schwerpunkt auf dem Thema Bewegung, gekoppelt mit Ernährung und Stressmanagement, da diese 3 Themen wie kleine Rädchen ineinandergreifen. Wichtig ist meinem Team und mir dabei, dass die Mitarbeiter nicht nur Wissen mitnehmen und praktische Erfahrungen sammeln, sondern dass es ihnen auch Spaß macht. Nur so kann ein langfristiger Erfolg der Veranstaltung erzielt werden. Gleich unser erster Kunde damals gab uns das Feedback: „Klasse, ich habe sogar noch mehr bekommen als ich erwartet habe – ein Teambuilding hatte ich ja gar nicht gebucht, aber habe es on top bekommen.“
Des Weiteren begleiten wir Unternehmen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements – in Konzeption, Kommunikation und Aktion. Darüber hinaus halte ich noch Impulsvorträge und moderiere Veranstaltungen zum Thema Gesundheit sowie BGM.

 

EuPD Research Sustainable Management:
Durch die verstärkte Ablenkung durch digitale Medien fällt es vielen Menschen nicht unbedingt leichter, sich nach der Arbeit zum Sport zu motivieren. Stichwort Couch Potato. Warum ist Bewegung jedoch so wichtig für jeden Mitarbeiter und wie kann die Digitalisierung hierzu positiv instrumentalisiert werden?

Dr. Simone Becker:
Couch Potato – oder auch Homo digitalis, Homo sedens bzw. Sitzmensch. Da sind die Medien sehr kreativ, uns diesbezüglich abzubilden. Unterm Strich heißt das aber ganz klar: Wir sitzen zu viel. Und Sitzen ist das neue Rauchen. Bewegung ist für uns essentiell. Wir sind auf Bewegung ausgelegt. Das bedeutet, unsere Körper sind immer dazu da gewesen, dass wir uns bewegen. Beispielsweise auch, um die Stresshormone wieder auf Normalniveau herunterzuregulieren. Jedes Mal, wenn wir unsere Muskulatur betätigen, werden Botenstoffe ausgeschüttet, die einen ungeahnt breitbandigen Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Dies gilt z.B. für das Herz-Kreislauf-System, aber auch für das Gehirn. Wenn Bewegung eine Pille wäre, die verschrieben werden könnte, wäre sie das Medikament des Jahrhunderts, ein essentielles Mittel für die Gesundheit und darüber hinaus der beste „Dünger fürs Gehirn“. Und somit ist Bewegung, da es diese Pille bisher so nicht gibt, wichtig für jeden Einzelnen von uns, aber auch für die Unternehmen, die gesunde und körperlich wie geistig leistungsfähige Mitarbeiter für ihren Erfolg brauchen. Das Einzige, was dem entgegensteht, ist die Trägheit – der so genannte innere Schweinehund. Die Befragung einer großen deutschen Krankenkasse (DAK-Studie 2017) besagt, dass 10 % der Befragten sich von Online-Programmen zu einem gesünderen Lebensstil motivieren lassen, im Vergleich dazu 26 % durch die Angebote des Arbeitgebers und 60 % durch das persönliche Empfinden – wie zu schlapp, zu dick oder zu gestresst zu sein. Activity Tracker, zum Beispiel kombiniert mit einer Challenge, setze ich selbst gern in diesem Rahmen ein. Allerdings sehe ich sie immer nur als ein Element, ein add-on und nicht als stand-alone.

Um die Mitarbeiter zu motivieren, setzen wir zum Beispiel auch auf so genannte Patenschaften, gegenseitige Unterstützung und Commitment. Auf Führungskräfte-Veranstaltungen arbeiten wir gern mit Fitness-Checks (Leistungsdiagnostik) – eine Art Incentivierung. Ein 1:1-Gespräch zur eigenen Zielerreichung im Nachgang rundet dieses Tool ab -  um mal über die klassischen Themen und Kurse vieler Anbieter hinaus zu gehen. Wir erreichen damit – auch wenn viele das zu Beginn etwas anzweifeln – sowohl die (Leistungs-)Sportler als auch die bisherigen „Couch-Potatoes“.

 

EuPD Research Sustainable Management:
Sie sprachen in einem vorherigen Interview mit dem Deutschen Institut für Betriebswirtschaft DIB von den vier Säulen der Gesundheit: Fitness, Sinn und Kultur, Freunde und Familie, Arbeit und Leistung. Welchen Vorteil bringt es, wenn die vier Säulen im Gleichgewicht sind und wie wirkt sich das positiv auf die Arbeitsleistung aus?

 

Dr. Simone Becker:
Im Rahmen der 30. Jahrestagung des DIB durfte ich einen Impulsvortrag zum Thema Bewegung und Kreativität und Ideen halten und darüber hinaus die Teilnehmer über die zwei Veranstaltungstage mit Bewegung fit, aktiv und konzentriert halten. Genau, im Nachgang bin ich dann interviewt worden, unter anderem zu den „4 Säulen der Gesundheit“. Oft geht es ja um das Thema Work-Life-Balance. Besser als diese zwei Seiten – Arbeit und Freizeit – gefällt mir das angesprochene Modell von Nossrath Peseschkian, das die Teilnehmer zum Überdenken ihrer eigenen Prioritäten und Betrachtung ihres Lebensstils anregen soll. Die Säulen sind für mich eine Basis dafür, dass wir uns wohl fühlen, dass wir gesund sind und eine gute Lebensqualität haben. Zur ersten Säule, der „Fitness“-Säule, zählen Bewegung, Ernährung und Entspannung, aber auch Präventivmaßnahmen, wie zum Beispiel ein ärztlicher Check-up. Als nächstes haben wir die Säule „Sinn und Kultur“. Was ist Ihr Credo? Was macht Ihnen wirklich Spaß? Die dritte Säule steht für „Freunde, Familie, soziales Umfeld“. Wichtig ist, dass wir uns regelmäßig mit Freunden treffen, um uns auszutauschen und nicht immer nur über Whatsapp, Facebook oder per Telefon zu kommunizieren. Treffen mit Freunden oder der Familie dienen dazu, Energie zu tanken. Last but not least die Säule „Arbeit, Leistung“, zu der neben dem monetären Aspekt auch Themen wie Weiterbildung und Anerkennung zählen. Jede Säule kann porös und instabil werden. Klar wird immer mal wieder eine Säule etwas vernachlässigt und drei Säulen können das ganze Gebilde auch eine Zeit lang tragen, aber irgendwann kippt das Konstrukt. Daher ist es wichtig, darauf zu achten, dass alle Säulen möglichst gleichermaßen angesprochen werden. Mit ein paar einfachen Fragen können wir das für uns selbst überprüfen. Achte ich auf meine Fitness und gehe ich regelmäßig zum Arzt für die empfohlenen Check-ups? Ernähre ich mich gesund oder habe ich ungewollt an Gewicht zugelegt? Wie ist mein Wohlbefinden? Treffe ich mich regelmäßig mit meinen Freunden? Um die Säulen in der Balance zu halten, kann man selbstverständlich auch mit einer Maßnahme mehrere Säulen bedienen. Zum Beispiel treffe ich Freunde und gehe mit denen laufen oder ins Kino. Das ist natürlich jetzt eine kurze Zusammenfassung. Mir ist wichtig, den Zuhörern den Tipp zu geben, die Säulen nicht nur einmal anzuschauen, sondern regelmäßig im Blick zu haben, sozusagen ein eigenes Update zu machen. Persönlich habe ich am Wochenende einen Reminder in meinem Outlook-Kalender. Das bedeutet, dass ich meine Säulen regelmäßig im Blick habe, reflektiere und versuche, sie in der Balance zu halten. Und wenn wir ausgeglichen sind, fit sind und uns wohl fühlen, hat das einen immensen, positiven Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit.

 

EuPD Research Sustainable Management:
Am 1. März 2018 fand der Cologne Business Day statt, eine B2B Messe mit begleitendem Vortragsprogramm. Sie waren dort mit dem Thema „FITforFUTURE - Bewegung & Fitness im Rahmen des Corporate Health Managements“ dabei sein. Was ist Ihnen bei Ihren Vorträgen besonders wichtig und wie schaffen Sie es, das Publikum zu aktivieren?

Dr. Simone Becker:
Nachdem im letzten Jahr auf dem Cologne Business Day der Ruf nach mehr Referentinnen aufkam, habe ich mich sehr gerne beworben und viel Spaß dabei gehabt, zu dem Thema dort zu referieren. So ein Impulsvortrag ist als ein „Anteasern“ für dieses Thema zu sehen. Im Allgemeinen geht es mir bei meinen Vorträgen darum, die Teilnehmer für das Thema Gesundheit zu sensibilisieren und die Bedeutung von körperlicher Aktivität, Entspannung und ausgewogener Ernährung aufzuzeigen. Bei dem von Ihnen angesprochenen Vortrag lag der Schwerpunkt auf der körperlichen Aktivität, der Bewegung, der Fitness. Gesundheit ist ein Prozess, der täglich immer wieder neu ausbalanciert werden sollte und in der Eigenverantwortung jedes Einzelnen liegt. Die Vereinbarkeit dieser Themen im beruflichen Alltag stellt jedoch für viele Mitarbeiter eine Herausforderung dar – in Form von langen Arbeitstagen, Kantinenessen oder Hotelleben.
Dabei ist mir wichtig, nicht nur Fakten rüber zu bringen, sondern einen Mix aus unterhaltsamen und praxisnahen Beispielen und wissenschaftlichen Hintergründen zu bieten. Aus meiner mittlerweile langjährigen Erfahrung in dem Bereich weiß ich, dass die Veranstaltung am effizientesten ist, wenn die Teilnehmer richtig dabei sind, schmunzeln, nachdenken und mitmachen. Deshalb baue ich auch gern kleine praktische Übungen ein. 

 

EuPD Research Sustainable Management:
Betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnt stetig an Bedeutung. Arbeitnehmer suchen sich immer mehr gezielt Unternehmen, die in ihre Gesundheit investieren. Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen, die ein betriebliches Gesundheitsmanagement  einführen wollen und wie unterstützt SPORTSforBUSINESS Unternehmen dabei?

Dr. Simone Becker:
Ja, insbesondere die „Generation Y“, die nach 1980 Geborenen, gelten oft als absolute Selbstoptimierer. Sie legen, aktuellen Studien zufolge, am Arbeitsplatz großen Wert auf Gesundheit, Chancengleichheit sowie Flexibilität. Auch diesbezüglich wird das Thema Gesundheit und BGM für die Unternehmen immer wichtiger. Firmen, die in diesem Bereich gut aufgestellt sind, werden sowohl für die potenziellen wie auch langjährigen Mitarbeiter immer interessanter und können BGM so gezielt als Personalmarketingstrategie einsetzen.

Wenn ein Unternehmen den Entschluss fasst, ein BGM einzuführen, stellt sich oft die Frage: Wie beginnen wir? Da macht es Sinn, sich einen Sparringspartner – wie z.B. SPORTSforBUSINESS – mit ins Boot zu holen, der Erfahrung hat und aus einer anderen Perspektive draufschaut. Ein Kunde hat mal zu uns gesagt: „Gut, dass Sie regelmäßig da sind, sonst würde das Thema bei unseren aktuellen Herausforderungen wieder untergehen. Außerdem ist es klasse, immer wieder neuen Input von außen zu bekommen.“ Neben den ganzen Chancen, die ein gutes BGM bietet, gibt es natürlich eine Reihe an Herausforderungen. Und sei es nur, die passenden, niederschwelligen Angebote finden. Um zwei Beispiele zu nennen, wie wir die Unternehmen unterstützen: Das Management sollte hinter dem Entschluss stehen und die Führungskräfte müssen ins Boot geholt werden. Das ist, wie ich es auch als Auditorin schon erlebt habe, oft eine große Herausforderung. Da wir von SPORTSforBUSINESS genau aus dem Bereich kommen, haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Führungskräfte automatisch etwas für ihre Teams machen möchten, wenn sie selbst hinter dem Thema stehen. So sind wir vor ein paar Jahren überhaupt erst zum BGM gekommen, weil das Unternehmen im zweiten Schritt ein Konzept für alle Mitarbeiter haben wollte und es in seinen Leitlinien verankert hat. Als zweites Beispiel möchte ich das Thema Kommunikation ansprechen. Klasse, wenn es gute BGF-Angebote gibt, aber schade, wenn keiner hingeht. Zwei Instrumente, die wir gerne einsetzen, sind zum einen ein Kick-off, bei dem alle Mitarbeiter ins Boot geholt werden und zum anderen ein Newsletter, bei dem wir verschiedene Tools entwickelt haben, um das Thema Gesundheit motivierend und langfristig den Mitarbeitern näherzubringen. Die Liste wäre jetzt noch fortzuführen.

 

EuPD Research Sustainable Management:
Sie sind zudem Auditorin beim Corporate Health Award und auch ständige Moderatorin der Corporate Health Netzwerktreffen. Das nächste Treffen wird am 27.März 2018 in Berlin stattfinden. Was ist Ihrer Meinung nach ein besonderer Mehrwert der Corporate Health Netzwerktreffen? Welche weiteren öffentlichen Auftritte planen Sie für 2018?  

Dr. Simone Becker:
Den größten Mehrwert der Netzwerktreffen sehe ich in neuen Kontakten, im Austausch, im Netzwerken – aus der Praxis für die Praxis. Das bestätigt das Feedback der Teilnehmer, die unseren neuen Part mit den Best Practice Beispielen dankbar angenommen haben.

Dazu gefällt mir die aktuelle Wahl der Themen. Auf den letzten beiden Treffen ging es um „BGM als Personalmarketingstrategie“. Ein, wie ich finde, sehr wichtiger Punkt, BGM vor diesem Hintergrund zu beleuchten. Deshalb haben wir diesem wichtigen Thema gleich zwei Termine gewidmet. Der Titel der kommenden Veranstaltung lautet „Digitales BGM und effektive Gesundheitskommunikation“.

Darüber hinaus stellen die Vorträge unserer namhaften Referenten eine wichtige Grundlage für die spätere Diskussion und das Netzwerken dar. Da ich selbst in meinen Veranstaltungen immer wieder aktive Pausen einbaue, bin ich immer ein Fan der „Bewegten Pause“, die für neue Energie, Bewegung und nicht zuletzt Spaß sorgt. Für mich eine rundum gelungene Veranstaltung, die ich sehr gerne moderiere.

Was die Vorträge angeht, habe ich mit dem Cologne Business Day, der ja bereits angesprochen wurde, gerade eine öffentliche Veranstaltung durchgeführt. Im Vorjahr habe ich, ebenfalls in der IHK in Köln, für den SportTreff zum Titel „BGM 4.0“ einen Impulsvortrag zum Thema Bewegung im BGM gehalten sowie in der nachfolgenden Podiumsdiskussion mit drei weiteren tollen Gästen teilgenommen.

Seit mehreren Jahren führe ich mit meinem Kollegen Rainer Niermeyer ein Seminar zum Thema „Die Kunst der klugen Selbstbeherrschung“ für Management Circle durch. Für die Corporate Health Akademie biete ich dieses Jahr ein offenes Seminar zum Thema „Fitness- und Ressourcenmanagement“ an.

Mein Alltagsgeschäft, also meine „normalen“ Veranstaltungen, Vorträge etc. sind jedoch nicht öffentlich, sondern von den einzelnen Unternehmen gebucht und auf diese individuell zugeschnitten. Die Betreuung der Unternehmen ist überwiegend langfristiger Art und nachhaltig gestaltet. Das ist sowohl für die Unternehmen ein Mehrwert, da wir die Themen individuell auf sie zuschneiden können, als auch für mein Team und mich, da wir von eine sehr angenehme Arbeitsatmosphäre mit viel Vertrauen und Wertschätzung erleben.

EuPD Research Sustainable Management
Handelsblatt
ias-Gruppe
ok

Wenn Sie diese Seite weiterhin verwenden, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu, wie sie in unseren Cookie-Richtlinien beschrieben ist. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit verwalten, jedoch benötigt unsere Seite Cookies, um sachgemäß funktionieren zu können. Es kann vorkommen, dass Sie ohne Cookies nicht in der Lage sein werden, bestimmte Inhalte aufzurufen oder andere Funktionen zu nutzen.

Datenschutz