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Interview mit Dr. Martin Christian Morgenstern, Verhaltensforscher und Evolutionspsychologe

Dr. Martin Christian Morgenstern lädt gemeinsam mit Weight Watchers At Work zu einem Workshop auf dem Corporate Health Award am 5.12. in Bonn ein. Im Interview verrät er, was die Teilnehmer dort erwartet und gibt spannende Einblicke in die Stressforschung.

EuPD Research Sustainable Management:
Herr Dr. Morgenstern, wir dürfen Sie am 5.12. auf dem Corporate Health Award als Workshop-Referenten begrüßen. Gemeinsam mit Weight Watchers At Work präsentieren Sie das Thema „Gelassen bleiben im Affenzirkus – So steuern Sie Ihren Stress“. Der Titel ist ja sehr bildreich, können Sie die zentralen Leitfragen des Workshops einmal zusammenfassen?

Dr. Martin Christian Morgenstern:
Aber gerne. Zentral ist zu verstehen, dass Stress in der Biologie eine vollkommen normale Sache ist. Der Mensch ist als Familienmitglied der großen Menschenaffen Teil der Biologie, was heute immer mehr vergessen wird. Denn je mehr sich der Mensch von seiner „artgerechten Haltung“ entfernt, desto mehr geraten Gelassenheit und später dann Gesundheit in Gefahr. 

Dabei geht es gar nicht darum, keinen Stress mehr zu haben. Vielmehr ist das Ziel, für sich eine gesunde „artegerechte“ Mischung aus Belastung und Regeneration zu entwickeln. Damit dies gelingt, lernen die Teilnehmer in diesem Workshop, Belastungen mental abzubauen. Auf der anderen Seite erfahren sie, worauf es bei einer effektiven Regeneration wirklich ankommt.´

EuPD Research Sustainable Management:
Gerade in den Geschäftszweigen Gesundheitswesen und Gesundheitsmanagement kommt es gerne einmal zu Burnout und Überforderung – sei es physisch, sei es psychisch. Dass beispielsweise im Bereich der Pflege die Mitarbeiter mit chronischen Rückenschmerzen leben, wird beinahe schon als Normalzustand betrachtet. Was müsste Ihres Erachtens geschehen, damit das Paradoxon „Krankheit für Gesundheit“ nicht weiter bestehen kann?   

Dr. Martin Christian Morgenstern:
Das Wichtigste ist es, ein Gesundheitsbewusstsein bei Unternehmen und Mitarbeitern zu wecken. Unternehmen können mit Hilfe von verschiedenen Instrumenten Belastungen identifizieren, um somit verschiedenste und punktgenaue Angebote machen zu können.

Auf der anderen Seite ist auch die Weiterbildung von Mitarbeitern entscheidend. Denn jeder Mensch trägt auch seine eigene Verantwortung für eine ausgeglichene Stressbilanz, um Gelassenheit und Gesundheit zu bewahren. In meinen Seminaren zum Beispiel zeige ich, was jeder einzelne für sich tun kann, falls Belastungen zu groß werden sollten.

Auch das Thema Ernährung ist ein wichtiger Baustein für die Gesundheit. Denn wenn diese nicht stimmt, stresst dies natürlich auch den Körper. Eine Lösung hierfür können Seminare und Workshops bieten. Zum Beispiel gibt es in Deutschland mehr als 500 Unternehmen, die „Weight Watchers At Work“ Kurse anbieten.

Angebote im Bereich Gesundheit besitzen darüber hinaus auch einen Effekt auf die Motivation, indem sie dem Mitarbeiter eine Wertschätzung seitens des Unternehmens zeigen.

EuPD Research Sustainable Management:
Sie sind Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Stressdiagnostik und Prävention. Die Ziele sind auf der Homepage knapp definiert: Absentismus sowie Präsentismus möchten Sie verringern. Als Berater haben Sie ja ständige Praxiserfahrung, können Sie ein Fazit aus Ihrem Erfahrungsschatz ziehen, weshalb diese beiden Phänomene scheinbar immer häufiger in Erscheinung treten?

Dr. Martin Christian Morgenstern:
Vergleichen wir die Funktion des menschlichen Körpers mit einem Handy, so braucht jeder Mensch genau wie das Handy auch seine Zeit zum Aufladen bzw. zum Regenerieren. Viele Menschen haben diese Zeit nicht mehr. Wenn die Zeit zum Regenerieren nicht mehr ausreichend vorhanden ist, wird der Körper schwächer und die Psyche reizbarer. Manche Menschen ziehen dann die Reißleine, werden krank oder nehmen sich mit dieser Begründung ihre dringend benötigte Regenerationszeit (Absentismus). Andere wiederum schleppen sich weiter zur Arbeit, obwohl sie eigentlich dringend eine Auszeit bräuchten (Präsentismus).

Aber da Körper und Geist geschwächt sind, machen sie meist nur noch das Notwendigste. Das wiederum verursacht für die Unternehmen einen großen Schaden, gerade weil Präsentismus nicht wie Krankentage per Knopfdruck erfasst werden kann.

EuPD Research Sustainable Management:
Zahlreiche Dienstleister springen inzwischen auf den „Trend“ Burnout an und es existiert eine stattliche Anzahl von Programmen, die dem Nutzer dabei helfen sollen, seine Kräfte zu mobilisieren, sinnvoll zu kanalisieren und das eigene Wohlergehen nicht aus den Augen zu verlieren. Was birgt Ihre Stressmanagement-Software „Nordpol“ für Möglichkeiten?

Dr. Martin Christian Morgenstern:
„Nordpol“ wurde entwickelt, um eine detaillierte Analyse von Belastungsfaktoren zu durchzuführen. Die Software hilft den Unternehmen dabei, herauszufinden in welchen Bereichen diese liegen. Denn jede Abteilung und jeder Bereich hat andere Stressoren. Mit diesen Informationen lassen sich dann gezielt Lösungen entwickeln.

EuPD Research Sustainable Management:
Nochmal zurück zum Anfang: Sie werden auf dem Corporate Health Award gemeinsam mit Weight Watchers At Work auftreten. Die Themen Essen im Allgemeinen und Essstörungen im Besonderen stehen seit Jahren im Fokus der Social Media. Längst ist es tabu, zu Tabuisieren, und die extreme Fokussierung einer vermeintlich gesunden Ernährung nimmt im Kreise der Influencer immer größere Ausmaße an. Welche Gründe sehen Sie, vor allem im Hinblick auf Stress und Druck im (Arbeits-)Alltag?

Dr. Martin Christian Morgenstern:
Der menschliche Organismus braucht eine „artgerechte“ Ernährung. Man kann sich nicht gesund essen, sondern nur krank. Sprich, wenn dem Körper über einen längeren Zeitraum bestimmte Nahrungsbausteine nicht zugeführt werden, dann kann er sich folglich nicht selber reparieren und regenerieren. Nun wird er schwächer und krankheitsanfälliger. Gerade wenn Menschen viel Stress haben, muss sich der Körper vermehrt regenerieren und ist auf eine gute und gesunde Ernährung angewiesen.

Was ein Körper an Nahrung benötigt, muss man sich durch Wissen aneignen. Dadurch, dass viele Nahrungsmittel im Angebot sind, welche für den Menschen nicht von Vorteil sind, ernähren sich zu viele Menschen hinsichtlich einiger Inhaltsstoffe falsch. Ich persönlich musste auch erst lernen, dass z.B. zu viel Zucker für meinen Körper extrem ungesund ist und mich folglich umstellen.

Durch eine fehlerhafte Ernährung in Kombination mit zu wenig Bewegung sind statistisch gestehen über 50% aller Menschen zu schwer und 25% sogar fettleibig, auch adipös genannt (Vergleich: www.dge.de/presse/pm/so-dick-war-deutschland-noch-nie/). Dies führt mittel- bis langfristig gesehen zu enormen Beeinträchtigungen in der Gesundheit.

Aus diesem Grund bin ich ein großer Befürworter von Angeboten in Unternehmen, welche das Wissen der Mitarbeiter fördern und ihnen neue und umsetzbare Ideen für eine gesunde Ernährung anbieten. Ein bewährtes Programm bietet z.B. „Weight Wachters at Work“ an. Dort gibt es keine Tabuisierung, was bedeutet, dass keine Lebensmittel „verboten“ werden. Das At Work Coaching bietet den Mitarbeitern einen fest planbaren Termin an, welcher einerseits eine Auszeit im Arbeitsalltag vorhersieht, darüberhinaus die Achtsamkeit eines Selbst berücksichtigt und zuletzt auch die eigene Freizeit mit verarbeitet.

Kontakt:

Weight Watchers At Work GmbH
Derendorfer Allee 33
40476 Düsseldorf
T 021196 86 – 1952
F 0211/96 86 – 266
mailto:bgroetzki@weight-watchers.de 
http://www.weightwatchersatwork.de/

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