25. August 2011
Zwischen Werkbank und Suchtberatung – Meyra Ortopedia zeigt, wie Gesundheitsmanagement im Mittelstand funktioniert
Morgens, 6.40 Uhr im Kalletal, nördlich von Bielefeld. Die Sonne kämpft sich gerade durch die Wolken als Ralf Hünefeld auf seinem Trekkingfahrrad auf das Gelände der Meyra Ortopedia GmbH einbiegt. Vorbei am großen weißen Eingangsgebäude mit der Glasfront fährt er den kurzen Weg bis zum Produktionsgelände, wo seit 1985 Rollstühle, Badhilfen und Therapiegeräte hergestellt werden. Hünefeld ist wie immer früh dran, die Schicht beginnt eigentlich erst um sieben.
Auf Knopfdruck schiebt sich das graue Tor der Eingangshalle langsam hoch und gibt den Blick auf die großen Lagerhallen und die ‚Meyra Autobahn‘ frei. Quer durch die Produktionsstätte verläuft das breite Asphaltband und verbindet die einzelnen Bereiche des Betriebs miteinander. Ein gelber Gabelstapler, der mit einer Ladung Paletten um die Ecke biegt, kreuzt den Weg des Gesundheitskoordinators auf seinem Weg zum Arbeitsplatz. Wenige Minuten später sitzt er an seinem Schreibtisch auf dem sich zwischen Werkzeug und Schrauben auch Kostenvoranschläge und Arbeitsunterlagen stapeln. Kurz darauf ertönt die laute Hupe, die den Schichtbeginn ankündigt.
Ralf Hünefeld ist einer von insgesamt rund 500 Angestellten der Meyra Ortopedia und arbeitet im Servicecenter, wo er hauptsächlich manuelle und elektronische Rollstühle repariert. Auf einer verstellbaren Hebebühne unmittelbar vor seinem Arbeitsplatz steht ein dunkelgrauer Rollstuhl mit defekter Lenkung. Um die nötigen Teile auswechseln zu können, macht sich der Monteur auf den Weg ins Ersatzteillager. Der Hobby-Sporttaucher ist drahtig und agil, es fällt nicht schwer, ihn sich als Gesundheitskoordinator vorzustellen. Seit 25 Jahren ist der gelernte Elektriker bei Meyra beschäftigt, seit zwölf Jahren ist er der verantwortliche Gesundheitskoordinator im Betrieb. Im Jahre 1999 implementiert Meyra als eines der ersten mittelständischen Unternehmen ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). Im Rahmen der Einführung wird die Funktion des Gesundheitskoordinators geschaffen, welche die Geschäftsleitung Hünefeld anbot. Bewährt hat sich der Elektriker schon vorher, ist er doch seit 17 Jahren als Betriebssanitäter für eingequetschte Daumen, Blutdruck und Rückenprobleme der Belegschaft verantwortlich. „Mir macht es einfach Spaß mich um meine Kollegen zu kümmern und Ansprechpartner in medizinischen Notsituationen zu sein“, sagt Hünefeld.
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