Infocenter» 

17. Januar 2012
ZDF Beitrag mit Gesundheitsexperte Dr. Oliver-Timo Henssler: Ergonomie am Arbeitsplatz

Falsches Sitzen führt oft zu Rücken-, Schulter- oder Nackenschmerzen. Wie wichtig die richtige Ergonomie am Arbeitsplatz im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsfürsorge ist, erklärte Dr. Oliver-Timo Henssler jetzt in einem ZDF Beitrag für „Volle Kanne Service täglich“.


Neun von zehn Unternehmen geben an, die Arbeitsumgebung ihrer Mitarbeiter nach ergonomischen Gesichtspunkten zu optimieren. Das Arbeitsschutzgesetz unterstützt die Arbeitnehmer hier mit dem Recht auf einen gesunden Arbeitsplatz. In der Praxis zeigt sich vor allem im Bürobereich noch Nachholbedarf. Höhenverstellbare Schreibtische und ergonomische Sitzmöbel sind aus Kostengründen nur in wenigen Unternehmen vorhanden bzw. werden erst bei konkreten Beschwerden bewilligt. „Je kleiner die Firma ist, desto weniger wird auf die Ergonomie am Arbeitsplatz geachtet. Der Großteil der deutschen Arbeitnehmer ist in mittelständischen Unternehmen beschäftigt. Diese tendieren oft dazu, die Büroausstattung preiswert einzukaufen anstatt in diese zu investieren", erklärt EuPD Research Gesundheitsexperte Oliver-Timo Henssler.

Ein Arbeitnehmer in Deutschland arbeitet im Schnitt täglich acht bis neun Stunden. Die Fahrt zur Arbeit wird vom Sitzen am Schreibtisch oder in der Kantine abgelöst. Auch bewegen sich die meisten Menschen in ihrer Freizeit viel zu wenig. Wenn Gesundheitsmanager und Personaler nicht entsprechend vorbeugende Maßnahmen ergreifen und für optimale Bedingungen am Arbeitsplatz sorgen, entstehen enorme Kosten für die Unternehmen und die Gesellschaft. „Wer sich nicht ausreichend bewegt, wird schneller arbeitsunfähig. Hier sind auch die Arbeitgeber gefordert“, bestätigt Henssler.

Als Folge treten am häufigsten Erkrankungen des Muskel-Skelettsystems, wie beispielsweise Verspannungen und Rückenschmerzen auf, die auch chronisch werden können. Auslöser sind etwa falsches Heben und Sitzen. Diese Erkrankungen werden auch durch Stress und Unzufriedenheit am Arbeitsplatz begünstigt. So nehmen Mitarbeiter mit psychischen Belastungen Schmerzen häufig stärker wahr.

Vorbeugend sollten Personaler und Gesundheitsmanager also darauf achten, dass ihre Mitarbeiter monotone Bewegungsabläufe vermeiden und immer wieder Pausen machen. Das entspannt die Muskulatur und die Augen und vermeidet so Verspannungen und Kopfschmerzen. Wichtig ist es auch Bewegung in den Arbeitsalltag mit einfließen zu lassen. Da vor allem der Schulter-Nacken-Bereich oder Rücken in Mitleidenschaft gezogen wird, sollte man diese Körperteile dehnen, zum Beispiel mit dem Kopf kreisen oder die Hände hinter dem Kopf dehnen.

Wichtig ist auch die richtige Haltung am Schreibtisch. Der Computerbildschirm sollte auf Augenhöhe sein, der Bildschirm sollte mindestens 50 Zentimeter vom Kopf entfernt und die Tastatur nahe am Körper sein. Beim Tippen sollten Ober- und Unterarm einen rechten Winkel bilden. Die Lichtquelle am Schreibtisch sollte nicht von hinten beleuchten, sondern seitlich. Dynamische Sitzmöglichkeiten stellen sicher, dass sich der Stuhl an die Körperbewegung anpasst. „Solche ergonomischen Sitzmöbel sind allerdings teuer", weiß Gesundheitsexperte Henssler. Doch auch bei preiswerten Stühlen könne man eine falsche Haltung mit so genannten Ballkissen ausgleichen, um ein aktives Sitzen zu ermöglichen. Zudem sollte der Schreibtisch höhenverstellbar sei, am besten elektronisch.

Noch mehr Tipps für Sie und Ihre Mitarbeiter auf die man bei einer ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung achten sollte, finden Sie hier im TV Beitrag.




Sprechen Sie mit uns

Carolin Müller

c.mueller@corporate-health-award.com

Tel. +49 (0)228 97143-75